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Die Staude des Jahres 2026: Kalimeris – die Schönaster

Kalimeris incisa © Staudengärtnerei Gaißmayer

Jedes Jahr kürt der Bund deutscher Staudengärtner eine Pflanze, die sich durch besondere Gartenwürdigkeit auszeichnet. Für das Jahr 2026 fiel die Wahl auf eine eher stille, aber äußerst verlässliche Schönheit: die Schönaster (Kalimeris). Sie überzeugt nicht durch spektakuläre Extravaganzen, sondern durch Ausdauer, Robustheit und eine erstaunlich lange Blütezeit – Eigenschaften, die sie gerade für unsere Hausgärten besonders wertvoll machen. Für viele Gärtnerinnen und Gärtner ist Kalimeris dennoch bisher eine Unbekannte – das wird sich mit der Auszeichnung hoffentlich ändern!

Herkunft und Erscheinungsbild

Die Gattung Kalimeris stammt ursprünglich aus Ostasien (China, Korea, Japan) und gehört zur Familie der Korbblütler. Optisch erinnert sie an Astern, weshalb sie im deutschen Sprachraum auch den Namen Schönaster trägt. Im Unterschied zu vielen klassischen Astern beginnt ihre Blüte jedoch bereits im Frühsommer und zieht sich – je nach Sorte und Standort – bis in den Herbst.

Die Pflanze bildet buschige, standfeste Horste mit schmalen, frischen grünen Blättern. Die sternförmigen Blüten erscheinen meist in weiß bis zartlila, oft mit einer gelben Mitte. Gerade diese schlichte Eleganz macht die Schönaster zu einem hervorragenden Beetpartner, der sich harmonisch in unterschiedlichste Gartengestaltungen einfügt.

Staude des Jahres 2026 Kalimeris incisa © Staudengärtnerei Gaißmayer
Kalimeris incisa „Bläuling“ © Staudengärtnerei Gaißmayer

Eine Staude mit außergewöhnlicher Blühdauer

Ein ganz wesentlicher Grund für die Auszeichnung zur Staude des Jahres ist die lange und zuverlässige Blütezeit. Während viele Stauden nur wenige Wochen blühen, zeigt die Schönaster über Monate hinweg immer neue Blüten. Sie schließt damit eine wichtige Lücke zwischen Frühsommer- und Herbstblühern.
Durch einen leichten Rückschnitt nach der ersten Hauptblüte kann die Pflanze sogar zu einer zweiten Blühphase angeregt werden – ein echter Pluspunkt für alle, die sich lange an blühenden Beeten erfreuen möchten.

Wertvoll für Insekten und Naturgarten

Neben ihrer Schönheit ist die Schönaster auch ökologisch äußerst wertvoll. Ihre offenen Blüten sind gut zugänglich und bieten Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlingen reichlich Nektar und Pollen. Besonders im Hochsommer, wenn das Blütenangebot im Garten oft knapp wird, ist sie eine wichtige Nahrungsquelle.

Damit passt die Staude des Jahres 2026 hervorragend in naturnahe Gärten, insektenfreundliche Anlagen und auch in öffentliche Grünflächen.

Standort und Boden – unkompliziert und anpassungsfähig

Die Schönaster ist erfreulich anspruchslos. Sie bevorzugt:

  • sonnige bis halbschattige Standorte
  • normalen, durchlässigen Gartenboden
  • gleichmäßige, aber nicht übermäßige Wasserversorgung

Staunässe sollte vermieden werden, ansonsten zeigt sich die Pflanze sehr tolerant. Auch mit kühleren Lagen und wechselhaftem Wetter kommt sie gut zurecht – ein Vorteil gerade in unseren alpinen Regionen.

Staude des Jahres 2026 Kalimeris incisa © Staudengärtnerei Gaißmayer
Die gängige Sorte Kalimeris incisa (Großblütige Schönster) „Madiva“ © Staudengärtnerei Gaißmayer

Pflegeleicht und langlebig

Ein weiterer großer Pluspunkt: Die Schönaster macht wenig Arbeit.

  • Im Frühjahr genügt ein Rückschnitt der alten Triebe.
  • Eine leichte Kompostgabe fördert den Austrieb.
  • Während der Saison ist kaum Pflege notwendig.
  • Unabhängig von der Höhe – je nach Art und Sorte sind es 60 bis 100 Zentimeter – sind die Triebe standfest und bleiben selbst in Wind und Regen stabil.
  • Alle paar Jahre kann der Horst geteilt werden, um die Vitalität zu erhalten und gleichzeitig neue Pflanzen zu gewinnen.
  • Von Mehltau oder Schnecken bleibt sie verschont.

Die Staude ist voll winterhart und treibt im Frühjahr zuverlässig neu aus.

Bewährte Sorten

Die Gattung Kalimeris umfasst zahlreiche Arten aus Ostasien, von denen nur wenige in Europa gärtnerisch genutzt werden. Am verbreitetsten ist Kalimeris incisa. Neben der Art sind auch ausgewählte Sorten erhältlich. „Alba“ erinnert mit ihren hübschen weißen Blüten, die etwas größer sind als bei der Art, an Margeriten. Sie wird etwa 70 cm hoch. „Madiva“ ist eine bis 80 cm hohe Auslese mit größeren, blauvioletten Blüten und auffälliger gelboranger Herbstfärbung. „Antonia“ ist eine Gaißmayer-Züchtung aus Kalimeris mongolica mit besonders dunklen lilablauen Blüten und sehr guter Standfestigkeit trotz einer Höhe von etwa einem Meter. Später blühend ist Kalimeris pinnatifida var. hortensis, die ab Juli mit weiß-gelben Pomponblüten an Mini-Chrysanthemen erinnert.

Staude des Jahres 2026 Kalimeris incisa (Schönster) © Staudengärtnerei Gaißmayer
Kalimeris mongolica „Antonia“ © Staudengärtnerei Gaißmayer

Gestaltungstipps für den Garten

Durch ihren natürlichen Wuchs eignet sich die Schönaster sowohl für klassische Staudenbeete als auch für lockere, naturnahe Pflanzungen. Besonders schön wirkt sie in Kombination mit:

  • Ziergräsern (z. B. Lampenputzergras oder Rutenhirse)
  • Sonnenhut (Rudbeckia) und Phlox für farbenfrohe Sommerbeete
  • Sedum, Herbstastern oder Anemonen für eine verlängerte Blühsaison
  • Rosen, deren Blüte sie dezent begleitet

Auch als Beetumrandung oder in größeren Gruppen macht sie eine ausgezeichnete Figur.

Fazit

Mit der Schönaster als Staude des Jahres 2026 wird eine Pflanze ausgezeichnet, die dauerhaft Freude macht, wenig Pflege verlangt und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität im Garten leistet. Sie steht beispielhaft für einen zeitgemäßen Gartenstil: naturnah, robust und dennoch attraktiv. Wer sie also noch nicht kennt, dem kann ich nur empfehlen, diese vielseitige Staude im kommenden Gartenjahr auszuprobieren.

Kalimeris incisa „Madiva“ im Staudenbeet beim Waggerlhaus.
Kalimeris incisa „Madiva“ im Staudenbeet beim Waggerlhaus.

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